Kinderzeltlager „Tipi, Trommel Totempfahl“ in Geeste

Vom 14. bis 27. Juli 2008 verbrachten 22 Mädchen und 26 Jungen einen Teil ihrer Ferien beim Kinderzeltlager der Ev. Jugend Vorsfelde in Geeste bei Lingen.

Für die gesamte Zeltagerzeit war vom Team während eines Vorbereitungsseminars und eines Praxistages ein Rollenspiel zum Thema „Indianer“ konzipiert worden.

Die Spielidee führte in das Nordamerika um die Zeit 1500 bis 1750 zurück. Die Indianer an der Ostküste waren schon mit Europäern in Kontakt gekommen, aber im Landesinneren hatte man nur davon gehört, Europäer aber noch nicht gesehen.

Die Kinder spielten Indianer, die zum alljährlichen Stammestreffen zusammenkommen, um Wissen, Erfahrungen und Neuigkeiten auszutauschen. Jeder Stamm hatte einen Häuptling, einen Medizinmann, einen Deuter, einen Feuermacher und mehrere Krieger, die vom Stamm gewählt wurden.
Zunächst wurde ein Medizinbeutel hergestellt, in dem im Laufe des Lagers Symbole für die Tätigkeiten der Handwerkgruppen gesammelt wurden. Jeder Stamm gestaltete einen Totempfahl als Stammeszeichen.

Die verschiedenen „Berufe“ wurden auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die Häuptlinge lernten indianische Zeichensprache und Tänze und schnitzten einen Specksteinkopf für das Kalumet, die Feuermacher(innen) versuchten ein Feuer mit Feuerschläger zu entfachen, holten Holz und machten Rauchzeichen, die Medizinmänner(+Frauen) und Deuter(innen) wurden von einer Biologin im nahen Biotop geführt und bereiteten Kräuterquark und Brennnesselklöße, die Medizinmänner(+Frauen) machten einen 1.Hilfe-Kurs und die Krieger(innen) lernten das Bogenschießen und Fährtenlesen und versuchten Spurenabgüsse mit Gips.

Bei einer Rallye konnten die Indianer ihr händlerisches Geschick beweisen. Sie sollten einen 10 Zollnagel gegen etwas Wertvolleres tauschen und den getauschten Gegenstand weiter tauschen. Sieger(in) war der Stamm, der den wertvollsten Gegenstand mitbrachte, bewertet wurde das von den Häuptlingen (natürlich nur die anderen Gruppen). Zwei Geweihschaufeln eines Damhirsches, eine Laterne, ein Rucksack voll Spielzeug, eine Porzellankatze und ein Liter Benzin sind nur einige Trophäen.

Beim Kampf der Squaws gegen die Krieger konnten an verschiedenen Ständen die Jungen und die Mädchen jeweils für ihre Geschlechtsgruppe Punkte sammeln. Interessant war, dass die Squaws beim Wettrülpsen durchschnittlich 83 dB erreichten, die Krieger jedoch nur 72dB. Auch beim Flasche am ausgestreckten Arm halten erreichten die Squaws durchschnittlich 81s, die Krieger nur 70s. Die Squaws lenkten sich mit Fragen und Gesprächen gegenseitig ab, die Krieger versuchten verbissen schweigend durchzuhalten.

Erwartungsgemäß gewannen die Squaws das Perlenauffädeln mit über 50 Perlen pro Minuten gegen die Krieger mit nur knapp 25 Perlen, auch konnten sie mehr Pflanzen benennen (18) als die Krieger (13). Bei neun Kampfstätten insgesamt musste es aber einen Sieger geben: die Krieger, die insgesamt 5 Wettkämpfe (Klapperschlange jagen, Ballwechsel, TT-Rundlauf, Wettpaddeln, Zeltaufbau) gewannen.

Viel Spaß machte sowohl dem Team als auch den Teilnehmenden das Indianerwaldspiel. Jeder Stamm wurde von einem Waldläufer (Team) in einem klar begrenzten Waldgebiet an einen Startpunkt gebracht. Die Waldläufer trugen Taschen, in denen achte Lochkarten waren, die Stämme bekamen einen ABC-Karte mit mehrfachem Alphabet. Wurde eine Lochkarte auf die ABC-Karte gelegt, blieben Buchstaben zu sehen, die ein Wort ergaben, alle acht Karten ergaben einen Nachricht.
Aufgabe der Stämme war es, die Waldläufer zu fangen und gegen eine Lochkarte wieder freizulassen, dabei aber alle acht Lochkarten nach und nach zu bekommen. Begegneten sich allerdings zwei Waldläufer, so tauschten sie ihre Taschen mit den Lochkarten, sodass die Stämme nicht sicher sein konnten, bei einem anderen Waldläufer eine weitere Lochkarte zu bekommen.

Einfallsreich waren die Stämme auch beim Pow-Wow, dem Bergfest. Jeder Stamm erfreute das Stammestreffen mit ein Beitrag auf der Bühne, einem Sketch, einem Spiel oder einem Quiz zum Thema Indianer.

Beim Potlach (dem Abschlussfest) stellten die Stämme ihre in den Handwerkergruppen hergestellten Gegenstände in einem Ausstellungswettkampf aus. Es waren unter anderem Krallen aus Speckstein, gebatikte T-shirts, Bögen, Tonschalen, Perlenarmbänder, Büffelspiele (Brettspiel), Tonschalen, Traumfänger, Specksteingegenstände, Lederbeutel und Webarmbänder zu sehen. Die Ausstellungen wurde von den Häuptlingen bewertet. Anschließend wurden Gruppenfotos in Indianerverkleidung gemacht und alle konnten sich an unterschiedlichen Ständen vergnügen: Schminken, Indianerzöpfe, „Tätowieren“, Bogenschießen, Trampolin springen und Indianisches Orakel. Der Abend wurde am Lagerfeuer mit der Namenszeremonie, der feierlichen Übergabe der Urkunde mit dem indianischen Namen und der Siegerehrung der Stämme beendet.

Es gab auch noch andere Gruppenspiele: Indianer 1,2,3 oder 4 (Quiz), Fußball gegen eine andere Zeltgruppe, eine Ortsrallye, verschiedene Sportspiele, Lagerfeuer und Stockbrot, Baden gehen, Spurensuche und Kampf der Stämme.
Als Tages- und Halbtagesfahrt wurde von den Teilnehmenden die Fahrt ins Spaßbad nach Lingen und in den Freizeitpark Slagharen ausgesucht.

Das Team bestand aus acht Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren und 4 Erwachsenen. Die Teamenden hatten alle am Juleicagrundkurs teilgenommen und sich bei einem Wochenendseminar und einem Praxistag auf das Zeltlager vorbereitet und das Konzept und die Spiele entwickelt.

Zwei Väter unterstützten uns als Fahrer, da durch die Beschränkung der neuen EU-Führerscheine Fahrzeuge mit größerem Anhänger oder 7,49to LKWs mit dem „normalen Führerschein“ nicht mehr gefahren werden dürfen.

Jeden Abend (Teamsitzung) wurde der Tag reflektiert, von den Zeltgesprächen berichtet und der nächste Tag im Detail vorbereitet und abgesprochen, die Tagesleitung wechselte im ganzen Team.

Belastend war die Reinigung der sanitären Anlagen, die von den Zeltgruppen mehrfach täglich durchgeführt werden musste, da der Platz teilweise mit mehr als 230 Teilnehmern belegt war und von den Teams geleistet wurde. Ausgeschrieben ist der Platz für 100 bis 120 Gäste.

Ein Teil des Teams stellte aus den Videoaufnahmen des Zeltlagers an mehreren Tagen in den Ferien einen einstündigen Zeltlagerfilm her, der beim Nachtreffen gezeigt wurde und großen Anklang fand.

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