Eine Woche „Einfachheit, Barmherzigkeit und Freude“ – Taizé

Die GruppeAm 11. August machte sich eine fünfköpfige Gruppe der Propsteijugend auf den über 1000 km langen Weg in das kleine französische Örtchen Taizé.

Bekannt ist Taizé nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der Bruderschaft dort, welche fast das ganze Jahr internationale Jugendtreffen veranstaltet. In den Sommermonaten sind 5000 jugendliche Gäste auf dem Hügel in Taizé keine Seltenheit.Schlange

Beeindruckend ist nicht nur die Logistik, jede Woche (von Sonntag bis Sonntag) die wechselnden Gäste adäquat zu versorgen, sondern auch das Leben nach den Grundsätzen „Einfachheit, Barmherzigkeit und Freude“.

ZelteAm Sonntagmorgen angekommen hieß es erstmal Zelte aufbauen und Anstellen fürs Essen. Bei 4000 Jugendlichen und 500 Erwachsenen eine manchmal nervige Angelegenheit, aber trotzdem immer eine der besten Gelegenheiten, Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Am Nachmittag gab es dann eine Begrüßung und die Einteilung die die Bibel- und Arbeitsgruppen. Abends ging es in die Abendandacht. Für manche ist ein Gottesdienst eine langweilige Sache, aber die Gottesdienste in Taizé mit den meditativen Gesängen, der Stille und den besonderen Gebeten will man nach einer bestimmten Zeit nicht mehr missen.

Ein typischer Tag in Taize läuft in der Regel strukturiert ab und langweilig wird einem nie. Nach dem Morgengebet gibt es ein kleines Frühstück, anschließend hat man je nach Gruppe eine Bibeleinführung oder eine Arbeit, der man nachgeht (es ist unglaublich, aber die Arbeit macht immer Spaß – auch der Klodienst 🙂 ).

WegNach dem Mittagessen kann man zum Chor gehen, zur Quelle oder die Gegend erkunden. Am Nachmittag gibt es dann wieder ein Programm, wie Bibeleinführung, Gesprächgruppen etc. Danach werden an den meisten Tagen Workshops angeboten, welche auch immer gut besucht sind und sich mit alltäglichen Fragen beschäftigen (z. B. Vorurteilen, Leben mit anderen Religionen u. a.).

Fast jeden Tag traf sich die Gruppe am „Oyak“ (Kiosk und abends ein Platz zum Feiern). Viele erheiterne Gespräche und Erwartungsaustausch gab es nicht nur dort, sonden auch wenn man sich so mal am Zelt oder beim Essen begegnete.

Besonders prägend ist bei diesem Leben in Einfachheit das Gemeinschaftsgefühl, denn man ist nie allein in Taizé, egal ob beim Essen, Arbeiten oder Beten. Trotz des Trubels, der permanent um einen ist, kann man sehr gut zur Ruhe kommen und in sich einkehren, egal ob im Gottesdienst, an der Quelle oder einfach im alltäglichen Leben.

Eine Woche in Taizé und dem Leben in Einfachheit ist eine der besten Möglichkeiten die Dinge, die für einen selbstverständlich geworden sind (warme und saubere Duschen, ausreichend zu Essen, etc.) wieder schätzen zu lernen.

LadenDas Faszinierende ist, dass diese Jugendtreffen durch die Mitarbeit der Gäste organisiert wird und die Brüder dort wenig bei den „Alltagsarbeiten“, wie Essen austeilen, Sanitäranlangen reinigen oder Gottesdiensträume vorbereiten erledigen müssen, sondern sich um ihre Arbeit in den Werkstäten etc. kümmern können, denn sie nehmen keine Spenden an und leben nur von den Sachen, die sie selbst herstellen (beispielsweise Töpferwaren, Kreuze, Bücher, etc.) und verkaufen.

Leider hieß es am Sonntagmorgen nach dem Frühstück in sehr sommerlichen Temperaturen (bis 38 °C) wieder Abfahrt nach Hause. Diesmal aber zu sechst, da ein Permanent Jahrestreffen(engl. Aussprache; Jugendliche, die länger als eine Woche in Taizé bleiben) mit nach Deutschland reiste.

Viele schöne Eindrücke bleiben den meisten aber in Erinnerung und die nächste Taizéfahrt kommt bestimmt. 😉
Eine Ausschreibung findet ihr dann auf unserer Internetseite.

Taizébericht

Über Sören

seit 2007 Teamer, Vorsitzender der Propsteijugend, Student an der Uni Göttingen
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