Graffiti-Workshop in Reislingen

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Vor etwa drei Jahren wurde der Zaun der Kirchengemeinde Reislingen mit Graffiti-Tags versehen. Ausgelöst durch die Äußerung  „Warum übersprühen wir das ganze nicht?“ entstand die Idee, den Zaun für einen Graffiti-Workshop zu nutzen und ihn dabei auch gleich zu gestalten. Auf Beschluss des Kirchenvorstands und in Zusammenarbeit mit der Propsteijugend Vorsfelde und dem Verein „The Bridge“ aus Wolfenbüttel fand am 21. und 22. April der Workshop statt.

Im Vorfeld hatten sich Pfarrerin Antje Labahn und Propsteijugenddiakon Jochen Meißner-Warnecke zusammen mit einer Konfirmandengruppe mit dem Projekt beschäftigt. Im Rollenspiel setzten sich die Konfirmand*innen als „Kirchenvorsteher“, „Ortsratmitglieder“ oder als „Jugendliche“ damit auseinander, wie der Zaun gestaltet werden könnte. Es entstand eine Palette von guten Ideen, die aber leider nicht umgesetzt wurden, weil kein Gruppenmitglied am Workshop teilnahm.

Der Workshop wurde offen ausgeschrieben und drei Jugendliche meldeten sich an, von denen dann einer erkrankte und deswegen nicht mitsprayen konnte. So nahmen Lucas Viaboni, Hannes Schubert, Margitta Knape und Jochen Meißner-Warnecke unter der Leitung von Referent Maik Donsbach und zeitweise unterstützt von Lea Decker die Gestaltung des Zaunes in Angriff.

Zunächst wurden Schriftzüge als Entwürfe gezeichnet und überlegt, was auf den Zaun kommen sollte. Da alle nur wenig bis keine Sprayer-Erfahrung hatten war man sich schnell einig, „nur“ Schriftzüge zu gestalten.

Eine Konfirmandengruppe hatte sich im Rollenspiel viel mit dem Wort „magic“ beschäftigt, was Jochen zu „Jesus and his magic twelve“ inspirierte (Jesus und seine wunderbaren Zwölf). Durch das folgende „St. Markus“ und „Kirche“ war die Aussage, dass die St. Markus Gemeinde in der Nachfolge von Jesus und seinen Aposteln steht, geboren. Nun wurden verschiedene Schriftentwürfe gezeichnet. Das Wort „and“ wurde durch ein + in Kreuzform und „twelve“ durch die Zahlen ersetzt. Auch das t in „St.“ wurde von Hannes in Kreuzform gestaltet. Beide Kreuze erhielten keine weiteren Gestaltungsmerkmale (Lichter oder Kreise) um deutlich auf das Kreuz hin zu weisen. Nach dem Kolorieren der Entwürfe mit den farblich genau passenden Filzstiften wurden die Entwürfe ausgeschnitten, um zu prüfen, wie sie am Zaun aussehen würden. Im richtigen Abstand zwischen Auge und den Zaun gehalten lässt sich die Wirkung gut abschätzen.

Direkt am Zaun konnte auch ausprobiert werden, wie die Farben wirken und welche Kombinationen für Vorder- und Hintergrund sinnvoll sind. Auch musste überlegt werden, ob der weiße Streifen einbezogen werden könne oder übersprayt werden müsse. Schließlich wurden die Flächen aufgeteilt: ein Arbeitsbereich links und zwei Bereiche rechts von der Bushaltestelle. Eine einheitliche Hintergrundgestaltung und Elemente in den Schriftzügen verbinden alles zu einer Einheit.

währenddessen

Der Schriftzug „St. Markus“ in wildstyle lässt das Moderne und Aufgeschlossene der Kirchengemeinde anklingen, die Gestaltung der Buchstaben von „Kirche“ soll das Lebhafte und Bunte ausdrücken, dass sich schon beim ersten Schriftzug (Jesus und seinen Aposteln) zeigt und die Brücke zu den Anfängen des Christentums schlägt. Der schwerer zu entziffernde wildstyle scheint die grafische Antwort auf für manche Menschen schwer zu verstehende Formulierungen in Bibelübersetzungen zu sein.

Parallel wurde mit dem Sprayen begonnen. Mit der hellsten Farbe wurden die Buchstabenumrisse angelegt. Ging hierbei etwas schief wurde mit der nächst dunkleren Farbe korrigiert und der komplette Umriss noch einmal gesprayt.
Nach Fertigstellung des jeweiligen Schriftzugs konnte der Umriss in dunklem Braun verstärkt werden und von Weitem die Wirkung überprüft werden. Danach wurden die Buchstaben nach Wunsch komplett ausgefüllt, währen parallel der Hintergrund angelegt wurde. Eine besondere Herausforderung nahm Hannes an, der den Farbverlauf des St. Markus-Schriftzuges erzeugte.
Mit Hilfe von Kreisschablonen sprühte Lucas die bunten Kreise auf die Buchstaben von „Kirche“, was Jochen dann als Verbindung zu „JESUS + his magic 12“ übernahm.
Schließlich wurden die Schriftzüge mit Schwarz umrandet und leere Flächen zwischen den Buchstaben mit Schwarz gefüllt.
Die schwarzen Flächen bekamen mit Gelb eine nebelige Aufhellung, durch die sich schwarze Linien ziehen, die die schwarzen Flächen mit der Hintergrundgestaltung verbinden, da die Linien dort ihre Fortführung finden.
Als Letztes wurden die weißen Highlights angelegt. Sie erzeugen einen dreidimensionalen Eindruck. Wenn die Schrift über die Fläche erhaben wäre und die Beleuchtung von links oben kämme, würden die weiß aufgehellten Bereiche entsprechend heller leuchten, also alle oberen und linken Kanten.

nachher

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1 Response to Graffiti-Workshop in Reislingen

  1. Marvin Schulze sagt:

    Damit ist der Zaun deutlich schicker als zuvor. Hoffentlich bleibt der Zustand lange so erhalten.

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